Die kurze Antwort
Alexa kann in Deutschland keinen Notruf an 110 oder 112 absetzen. Sie kann aber Kontakte anrufen, die selbst die Alexa-App oder ein Echo-Gerät nutzen – wenn jemand den richtigen Befehl sagt, etwa „Alexa, ruf Anna an“. Der Sprachalarm reagiert dagegen auf ein einziges Wort: Wer dreimal „Hilfe“ ruft, löst einen Anruf und eine SMS an bis zu drei Kontakte aus. Auch der Sprachalarm wählt nicht die 112.
Der Vergleich auf einen Blick
| Merkmal | Smart Speaker (z. B. Alexa) | Sprachalarm |
|---|---|---|
| Auslöser | Fester Befehl mit Name, z. B. „Alexa, ruf Anna an“ | Dreimal „Hilfe“ innerhalb von etwa zwei Minuten |
| Wo die Sprache ausgewertet wird | In der Amazon-Cloud | Im Gerät selbst; keine Aufnahme |
| Wer wird angerufen | Die genannte Person, wenn sie Alexa-App oder Echo nutzt | Bis zu 3 Kontakte nacheinander, bis einer bestätigt |
| SMS an Angehörige | Nur mit kostenpflichtigem Zusatz-Skill | Ja, an alle Kontakte |
| Notruf 110/112 | Nein | Nein |
| Einrichtung | Selbst über die Alexa-App und ein Amazon-Konto | Angehörige über app.wohnwacht.com, oder wir helfen |
| Kosten | Kaufpreis des Geräts | 14,99 €/Monat, Gerät inklusive |
Angaben zu Alexa laut GIGA (Juni 2025) und iphone-ticker.de (März 2025).
Was Alexa kann
Ein Smart Speaker ist für viele ältere Menschen ein Gewinn: Radio, Wetter, Erinnerungen und Anrufe in der Familie, alles per Stimme. Wer seine Kinder mit „Alexa, ruf Anna an“ erreicht, hat schon einen einfachen Weg, Bescheid zu sagen. In der Alexa-App lassen sich Kontakte hinterlegen, die dann per Sprachbefehl angerufen werden können.
Für mehr gibt es Zusatz-Skills von Drittanbietern, die bei einem Hilferuf hinterlegte Kontakte per SMS, Telefon oder E-Mail informieren. Laut GIGA kosten solche Skills Geld, brauchen ein Abo und eine Anmeldung.
Wo die Grenzen liegen
- Kein Notruf. Echo-Geräte sind nicht als Telefone mit Notruffunktion zugelassen. 110 und 112 lassen sich nicht wählen.
- Der Befehl muss sitzen. Wer gestürzt ist und Schmerzen hat, muss sich an das Aktivierungswort, den Befehl und den Namen im Adressbuch erinnern.
- Ein Anruf, keine Kette. Der Anruf geht an die genannte Person. Nimmt sie nicht ab, ruft Alexa nicht von selbst die nächste an.
- Nur Alexa-Kontakte. Angerufen werden Menschen mit Alexa-App oder Echo-Gerät, nicht jede Festnetz- oder Handynummer.
Was der Sprachalarm anders macht
Der Sprachalarm kennt nur eine Aufgabe: Hilfe holen. Dafür reicht das Wort, das man ohnehin ruft. Wer dreimal „Hilfe“ ruft – innerhalb von etwa zwei Minuten, auch mit Pausen –, löst den Alarm aus. Das Gerät sagt an, dass es Hilfe ruft; mit „Stopp“ lässt sich ein Fehlalarm abbrechen. Dann ruft Wohnwacht nacheinander bis zu drei Kontakte an. Am Telefon hören sie eine Ansage und bestätigen mit der Taste 1. Bestätigt niemand innerhalb von etwa 45 Sekunden, ist der Nächste dran. Alle bekommen zusätzlich eine SMS. Die Kontakte brauchen dafür keine App, ein normales Telefon reicht.
Die Grenzen des Sprachalarms
Wohnwacht ist kein Hausnotruf und keine Notrufzentrale. Bei Lebensgefahr: 112. Der Sprachalarm erkennt keine Stürze und hilft nicht, wenn jemand nicht mehr rufen kann. Er braucht Strom und WLAN. Wie weit der Ruf reicht, hängt von Wohnung, Türen und Lautstärke ab; laute Fernseher oder Radios können die Erkennung erschweren. Bei der Einrichtung testen wir mit einem Probealarm, ob Bad und Schlafzimmer erreicht werden.
Datenschutz
Alexa wertet Sprachbefehle in der Amazon-Cloud aus. Eine Einstellung, mit der Aufnahmen gar nicht erst gesendet wurden, gab es nur in den USA; Amazon hat sie im März 2025 abgeschafft. In der Alexa-App lässt sich einstellen, dass Aufnahmen nach der Verarbeitung nicht gespeichert werden.
Der Sprachalarm arbeitet anders: Das Gerät erkennt im Gerät selbst nur das Wort „Hilfe“. Es wird nichts aufgenommen und keine Audioaufnahme übertragen. An Wohnwacht gehen nur Lebenszeichen des Geräts und die Meldung, wenn ein Alarm ausgelöst wurde. Unsere Server laufen in einem Rechenzentrum in der EU (Amsterdam), Daten verkaufen wir nicht. Mehr zur Technik im Ratgeber Notruf per Sprache.
Worauf Ihr bei beiden achten solltet
- Der Standort zählt. Beide Geräte müssen die Stimme hören. Ein Platz im Flur oder zentral in der Wohnung erreicht oft mehr Räume als die Küche.
- Ausprobieren. Probiert den Ruf aus Bad und Schlafzimmer aus, bei geschlossenen Türen und mit laufendem Fernseher.
- Üben. Bei Alexa sollte Eure Mutter den genauen Befehl ein paar Mal sagen. Beim Sprachalarm reicht es zu wissen: dreimal „Hilfe“, und „Stopp“ bricht ab.
- Erreichbar sein. Wer als Kontakt eingetragen ist, sollte das Handy laut haben und wissen, was bei einem Anruf zu tun ist.
Für wen Alexa reicht
Ein Smart Speaker kann genügen, wenn
- Eure Mutter Alexa schon täglich nutzt und Befehle sicher beherrscht,
- Ihr und andere Kontakte die Alexa-App auf dem Handy habt und erreichbar seid,
- es eher um „Komm doch mal vorbei“ geht als um schnelle Hilfe.
Wenn Ihr Euch wünscht, dass auch ein einziges, naheliegendes Wort reicht und mehrere Menschen nacheinander angerufen werden, ist der Sprachalarm eine Ergänzung. Beides lässt sich nebeneinander nutzen. Was der Sprachalarm kostet, steht auf der Seite Preise; wie Alexa sich für Senioren einrichten lässt, erklärt der Ratgeber Alexa als Notruf für Senioren. Alle Wege im Überblick findet Ihr im Vergleich der Hausnotruf-Alternativen.