Die kurze Antwort
Der klassische Hausnotruf mit Knopf ist der bewährte Weg: Ein Druck genügt, und eine Notrufzentrale meldet sich rund um die Uhr. Er hilft aber nur, wenn der Knopf am Handgelenk ist. Notrufuhren erkennen zusätzlich Stürze und funktionieren unterwegs, müssen aber getragen und geladen werden. Smart Speaker und der Sprachalarm reagieren auf die Stimme. Kameras und Sensoren arbeiten ganz ohne Zutun der Person.
Es gibt nicht die eine beste Lösung. Entscheidend ist, was Eure Mutter oder Euer Vater im Alltag wirklich nutzt.
| Merkmal | Hausnotruf mit Knopf | Notrufuhr/-armband | Smart Speaker | Kamera/Sensoren | Sprachalarm |
|---|---|---|---|---|---|
| Auslöser | Knopf drücken | Knopf drücken oder automatische Sturzerkennung | Fester Sprachbefehl, z. B. „Alexa, ruf … an“ | Automatisch: Bewegung, Inaktivität, je nach System Sturz | Dreimal „Hilfe“ rufen |
| Wer wird erreicht | 24/7-Notrufzentrale mit Sprechverbindung | Angehörige, je nach Tarif auch eine Zentrale | Kontakte mit Alexa-App oder Echo-Gerät; kein 110/112 | App der Angehörigen oder Zentrale, je nach System | Bis zu 3 Kontakte per Anruf und SMS; keine Zentrale |
| Kosten pro Monat | Basistarif meist 27–40 € | Je nach Gerät und Tarif, teils zusätzlich Gerätekauf | Kein Abo nötig, nur Gerätekauf | Je nach System sehr unterschiedlich | 14,99 €, Gerät inklusive |
| Muss getragen werden? | Ja | Ja, und regelmäßig laden | Nein | Nein | Nein |
| Zuschuss Pflegekasse | Ja, bis 27 € bei Pflegegrad | Nur in einzelnen Pflegetarifen, mit Antrag | Nein | In der Regel nein | Nein |
Hausnotrufpreise laut Verbraucherzentrale (Stand Juli 2026). Die Kosten von Notrufuhren hängen vom Gerät und Tarif ab. Prüft die aktuellen Konditionen direkt beim Anbieter.
Die fünf Wege kurz erklärt
Hausnotruf mit Knopf
Eine Basisstation steht in der Wohnung, dazu gibt es einen Funkknopf als Armband oder Kette. Ein Druck verbindet mit einer Notrufzentrale, die über die Basisstation mit der Person spricht und Angehörige oder den Rettungsdienst verständigt. Bei Pflegegrad zahlt die Pflegekasse dazu.
Notrufuhr und Notrufarmband
Uhren und Armbänder mit eigener SIM-Karte funktionieren auch unterwegs. Viele erkennen Stürze automatisch und melden den Standort. Sie müssen getragen und regelmäßig geladen werden.
Smart Speaker
Ein Lautsprecher wie Alexa kann per Sprachbefehl Kontakte anrufen, die selbst die Alexa-App oder ein Echo-Gerät haben. Einen Notruf an 110 oder 112 kann er in Deutschland nicht absetzen.
Kamera und Sensoren
Kameras, Radar-Sensoren und Bewegungsmelder arbeiten, ohne dass jemand etwas tun muss. Manche erkennen Stürze, andere melden, wenn sich lange nichts bewegt. Sie unterscheiden sich stark darin, wie viel sie von der Privatsphäre verlangen.
Sprachalarm
Ein kleines Gerät steht zentral in der Wohnung und erkennt im Gerät selbst nur das Wort „Hilfe“. Wer es dreimal ruft, löst einen Anruf und eine SMS an bis zu drei Kontakte aus. Es muss nichts getragen werden, aber die Person muss noch rufen können.
Entscheidungshilfe in vier Fragen
1. Trägt sie einen Knopf zuverlässig – auch im Bad und nachts?
Wenn ja, ist ein Hausnotruf mit Knopf eine gute Wahl. Wenn der Knopf oft in der Schublade liegt oder beim Duschen abgelegt wird, lohnt sich ein Weg, der ohne Tragen auskommt: ein Sprachalarm oder Sensoren im Raum.
2. Lebt sie allein?
Gut jede dritte Person ab 65 lebt allein, ab 85 mehr als jede zweite (Statistisches Bundesamt, 2025). Wer allein lebt, braucht einen Weg, Hilfe zu holen, der auch ohne Telefon in Reichweite funktioniert.
3. Wohnt jemand in der Nähe, der schnell da sein kann?
Lösungen, die Angehörige anrufen, funktionieren gut, wenn Kinder, Nachbarn oder Freunde in kurzer Zeit vor der Tür stehen können. Wohnt niemand in der Nähe, ist eine Zentrale mit hinterlegtem Schlüssel oft die sicherere Wahl für diesen Teil.
4. Gibt es einen Pflegegrad?
Ab Pflegegrad 1 zahlt die Pflegekasse für einen anerkannten Hausnotruf bis zu 27 Euro im Monat. Damit ist der Basistarif oft ganz oder fast ganz gedeckt. Mehr dazu im Ratgeber Hausnotruf: Kosten und Zuschuss der Pflegekasse.
Egal, wofür Ihr Euch entscheidet
- Ausprobieren. Löst gemeinsam einen Probealarm aus, im Bad, im Schlafzimmer und mit laufendem Fernseher.
- Absprechen. Klärt, wer angerufen wird, wer einen Schlüssel hat und wer im Zweifel losfährt.
- Gemeinsam entscheiden. Eure Eltern nutzen nur, was sie selbst wollen. Bezieht sie von Anfang an ein.
- Beraten lassen. Pflegestützpunkte und die Pflegeberatung der Pflegekasse helfen bei Fragen zu Pflegegrad und Zuschüssen.
Die Vergleiche im Einzelnen
- Hausnotruf mit Knopf oder Sprachalarm: Zentrale und Zuschuss gegen „nichts tragen“.
- Notrufuhr oder Sprachalarm: Sturzerkennung und Ortung unterwegs gegen Laden und Tragen.
- Smart Speaker oder Sprachalarm: Was Alexa als Hilfe in Deutschland kann und was nicht.
- Kamera, Sturzsensor oder Schlaf-Monitoring: Wie viel Beobachtung nötig ist und was Eltern akzeptieren.
Kombinieren: Hausnotruf und Sprachalarm
Viele Wege schließen sich nicht aus. Ein Hausnotruf mit Knopf bringt die Zentrale und den Zuschuss der Pflegekasse. Der Wohnwacht-Sprachalarm deckt die Momente ab, in denen der Knopf nicht am Handgelenk ist: Wer dreimal „Hilfe“ ruft, löst einen Anruf und eine SMS an bis zu drei Kontakte aus. Das Gerät steht zentral in der Wohnung und braucht Strom und WLAN. Getragen wird nichts.
Mit Zuschuss kostet der Hausnotruf-Basistarif oft wenig oder nichts aus eigener Tasche. Der Sprachalarm kommt mit 14,99 Euro im Monat dazu. Alle Tarife findet Ihr auf der Seite Preise.
Unsere Grenzen
Wohnwacht ist kein Hausnotruf und keine Notrufzentrale. Bei Lebensgefahr: 112. Der Sprachalarm erkennt keine Stürze und hilft nicht, wenn jemand nicht mehr rufen kann. Ob er Bad und Schlafzimmer erreicht, testen wir bei der Einrichtung mit einem Probealarm.