Die kurze Antwort
Eine Kamera zeigt am meisten, greift aber auch am stärksten in die Privatsphäre ein. Radar- und Sturzsensoren erkennen Stürze ohne Bild, müssen aber in jedem Raum eingerichtet werden, in dem sie wirken sollen. Bewegungsmelder melden, wenn sich lange nichts rührt. Das Schlaf-Monitoring von Wohnwacht schaut nur auf den Schlaf und meldet sich, wenn eine Nacht deutlich anders war als sonst. Stürze erkennt Wohnwacht nicht.
Der Vergleich auf einen Blick
| Merkmal | Kamera | Radar-/Sturzsensor | Bewegungsmelder | Schlaf-Monitoring |
|---|---|---|---|---|
| Was es erkennt | Alles, was im Bild ist | Stürze und Anwesenheit im Raum, je nach Gerät | Ob sich jemand bewegt; Alarm bei langer Inaktivität | Veränderungen im Schlaf gegenüber den gewohnten Nächten |
| Sturzerkennung | Nur wenn jemand zuschaut | Ja, je nach Gerät | Nein, nur indirekt über Inaktivität | Nein |
| Privatsphäre | Bilder aus der Wohnung | Kein Bild, aber Daten über Bewegung im Raum | Kein Bild, nur „Bewegung ja/nein“ | Kein Bild, kein Mikrofon; nur Schlafdaten |
| Installation | Aufstellen, WLAN, App | Montage im Raum, Einrichtung durch Anbieter oder selbst | Meist als Zusatz zum Hausnotruf, durch den Anbieter | Matte unter die Matratze, Steckdose und WLAN |
| Wer wird informiert | Wer in die App schaut | App der Angehörigen oder Zentrale, je nach System | Hausnotruf-Zentrale | Angehörige per SMS: morgens und im Wochenbericht |
| Kosten | Gerätekauf, teils Cloud-Abo | Je nach Anbieter sehr unterschiedlich | Meist Aufpreis zum Hausnotruf, kein Zuschuss | 34,99 €/Monat, Matte inklusive |
Die vier Wege im Einzelnen
Kamera
Eine Kamera zeigt Euch, was in der Wohnung los ist. Das kann beruhigen. Es bedeutet aber auch, dass jemand zuschauen muss, damit etwas passiert, und dass Eure Eltern sich in den eigenen vier Wänden beobachtet fühlen können. Eine Kamera gehört nur offen und mit ausdrücklichem Einverständnis in die Wohnung.
Radar- und Sturzsensoren
Sensoren an der Wand oder Decke erkennen Bewegungen im Raum, manche auch einen Sturz, ohne ein Bild aufzunehmen. Das ist ein echter Vorteil: Sie können Hilfe holen, auch wenn die Person nicht mehr rufen kann. Dafür müssen sie in jedem Raum montiert werden, in dem sie wirken sollen. Am Körper getragene Sturzmelder arbeiten mit Bewegungssensoren, müssen aber getragen und geladen werden, und Fehlalarme kommen vor. Auch Hersteller wie Apple weisen darauf hin, dass nicht jeder Sturz erkannt wird.
Bewegungsmelder und Inaktivitätsmelder
Viele Hausnotruf-Anbieter bieten Bewegungsmelder als Zusatz an. Sie melden sich, wenn über eine festgelegte Zeit keine Bewegung registriert wird. Das ist wenig aufdringlich, meldet sich aber erst nach Stunden. Solche Zusatzsensoren sind in der Regel nicht im Zuschuss der Pflegekasse enthalten.
Schlaf-Monitoring
Beim Schlaf-Monitoring liegt eine Matte unter der Matratze auf Brusthöhe. Es ist der Withings Sleep Analyzer, ein CE-zertifiziertes Medizinprodukt des französischen Herstellers Withings. Er braucht eine Steckdose und WLAN. Wohnwacht vergleicht jede Nacht mit den gewohnten Nächten Eurer Mutter oder Eures Vaters; nach einer Lernphase von etwa ein bis zwei Wochen gibt es Nachrichten per SMS:
- sonntags einen Wochenbericht, zum Beispiel „alles wie immer“ oder eine Beobachtung in Alltagsworten,
- morgens, frühestens um 8 Uhr, eine Nachricht, wenn eine Nacht deutlich anders war als sonst,
- einen Hinweis, wenn die Matte keine Daten liefert.
Eure Eltern müssen nichts bedienen. Ihr richtet alles über app.wohnwacht.com ein, oder wir helfen, das dauert etwa 15 Minuten.
Was Eltern akzeptieren
Die beste Technik hilft nicht, wenn sie abgelehnt wird. Ein paar Fragen helfen bei der Wahl:
- Würdet Ihr es selbst wollen? Eine Kamera im Wohnzimmer fühlt sich anders an als eine Matte, die niemand sieht.
- Muss jemand zuschauen? Lösungen, die sich nur bei Veränderungen melden, lassen den Alltag in Ruhe.
- Muss sie etwas tun? Was nicht getragen, geladen oder bedient werden muss, wird eher genutzt.
- Habt Ihr darüber gesprochen? Sagt offen, was die Technik misst und wer die Nachrichten bekommt. Ohne Wissen Eurer Eltern sollte nichts in die Wohnung.
Mehr dazu im Ratgeber Eltern begleiten, ohne zu überwachen.
Was passt zu wem?
- Ihr wollt wissen, ob nachts alles wie immer ist: Das Schlaf-Monitoring meldet sich nur, wenn sich etwas verändert, und schickt sonst einmal pro Woche einen kurzen Bericht.
- Ihr sorgt Euch vor allem um Stürze: Hier helfen Sturzmelder am Körper oder Sensoren im Raum. Sprecht vorher mit Euren Eltern, wo sie montiert werden sollen.
- Ihr wollt nur merken, ob der Tag normal beginnt: Ein Bewegungsmelder als Zusatz zum Hausnotruf ist eine zurückhaltende Lösung.
- Ihr möchtet sehen, was los ist: Dann bleibt die Kamera – aber nur, wenn Eure Eltern das ausdrücklich wollen.
Was Wohnwacht erkennt und was nicht
Das Schlaf-Monitoring bemerkt Veränderungen gegenüber den gewohnten Nächten, zum Beispiel wenn eine Nacht viel unruhiger war als sonst. Es stellt keine Diagnose und ersetzt keinen Arzt. Die Nachrichten kommen morgens, nicht in der Nacht.
Keine Sturzerkennung
Wohnwacht erkennt keine Stürze. Wohnwacht ist kein Hausnotruf und keine Notrufzentrale. Bei Lebensgefahr: 112. Wer in der Wohnung Hilfe rufen können soll, kann den Sprachalarm dazunehmen: Wer dreimal „Hilfe“ ruft, löst einen Anruf und eine SMS an bis zu drei Kontakte aus. Auch er hilft nur, wenn jemand noch rufen kann. Für eine automatische Sturzerkennung braucht es Geräte am Körper oder Sensoren im Raum; mehr dazu im Ratgeber Sturzerkennung ohne Kamera und im Vergleich Notrufuhr oder Sprachalarm.
Das Schlaf-Monitoring kostet 34,99 Euro im Monat, Schlaf-Monitoring und Sprachalarm zusammen 39,99 Euro. Alle Tarife stehen auf der Seite Preise. Alle Wege, Hilfe zu holen, vergleicht die Übersicht Hausnotruf-Alternativen.