Die kurze Antwort
Viele Eltern haben schon einen Echo in der Küche oder im Wohnzimmer. Da liegt die Idee nahe, ihn auch für den Fall zu nutzen, dass etwas passiert. Das geht, aber nur zum Teil. Alexa kann in Deutschland keine Notrufnummer wählen. Sie kann aber auf Zuruf jemanden anrufen, der selbst die Alexa-App oder ein Echo-Gerät hat. Mit etwas Einrichtung ist das eine nützliche Ergänzung. Als einzige Absicherung reicht es meist nicht.
Kann Alexa die 112 anrufen?
Nein. Ein Notruf an 110 oder 112 ist über Alexa in Deutschland nicht möglich. Echo-Geräte sind nicht als Telefon mit offizieller Notruffunktion zugelassen. Wer „Alexa, ruf die 112 an“ sagt, erreicht also keinen Rettungsdienst. Für die 112 braucht Eure Mutter weiterhin ein Handy oder ein Festnetztelefon in Reichweite.
Es gibt Zusatzprogramme anderer Anbieter, sogenannte Skills, die auf ein Signalwort hin Kontakte per SMS, Anruf oder E-Mail benachrichtigen. Sie kosten meist ein Abo und erfordern eine Anmeldung beim Anbieter. Prüft vor der Nutzung genau, wer dahintersteht, was passiert und wie zuverlässig das ist. Lest die Bewertungen und testet den Ablauf mehrmals.
Was Alexa kann: Kontakte anrufen
Alexa hat eine eingebaute Anruffunktion. In Deutschland verbindet sie Menschen, die beide Alexa nutzen: entweder über einen Echo oder über die Alexa-App auf dem Smartphone. Eure Mutter sagt „Alexa, ruf Tim an“, und bei Euch klingelt die Alexa-App. Normale Festnetz- oder Handynummern lassen sich über Alexa in Deutschland nach unserem Stand nicht ohne Weiteres anrufen.
So richtet Ihr das ein
Die Menüs der Alexa-App ändern sich gelegentlich. Die Schritte bleiben aber im Kern gleich:
- Echo bei Euren Eltern einrichten. Am einfachsten mit einem eigenen Amazon-Konto für Eure Eltern, damit Kontakte und Einstellungen nicht mit Euren vermischt werden.
- Anrufe in der App Eurer Eltern freischalten. In der Alexa-App den Bereich für Kommunikation öffnen, die Telefonnummer bestätigen und den Zugriff auf die Kontakte erlauben.
- Alexa-App auf Eurem Handy installieren. Mit Eurer eigenen Telefonnummer anmelden und Anrufe ebenfalls freischalten.
- Kontakte gegenseitig speichern. Unter einem Namen, den Eure Mutter auch in Aufregung sagt, also eher „Tim“ als „Timotheus Müller“.
- Benachrichtigungen erlauben. Auf Eurem Handy muss die Alexa-App klingeln dürfen, auch bei „Nicht stören“, wenn Euer Telefon das zulässt.
- Zusammen testen. Eure Mutter sagt „Alexa, ruf Tim an“. Testet es aus verschiedenen Räumen, auch aus dem Bad.
- Einen Zettel hinlegen. Den genauen Satz gut lesbar neben den Echo legen. Den Test alle paar Wochen wiederholen.
Wichtig
Die Grenzen
Man muss den Satz kennen
Alexa braucht einen vollständigen Befehl mit dem richtigen Namen. Im Alltag klappt das. In einem Moment mit Schmerzen oder Schreck fällt es schwerer, sich an die genaue Formel zu erinnern. Ein einfaches „Hilfe!“ startet keinen Anruf.
Nur eine Person, keine Kette
Alexa ruft genau den Kontakt an, der genannt wurde. Geht er nicht ran, passiert nichts weiter. Es klingelt nicht automatisch beim nächsten, und es geht keine SMS raus. Ist Euer Handy stumm, aus oder die App abgemeldet, kommt der Anruf nicht an.
Rufweite und Umgebung
Der Echo muss den Befehl hören. Aus dem Bad mit geschlossener Tür kann das schwierig werden. Läuft gerade Musik über den Echo, muss man lauter sprechen.
Strom und WLAN
Ohne Strom und Internet geht nichts. Ob der Echo gerade erreichbar ist, merkt im Zweifel niemand.
Datenschutz
Ein Echo wartet auf sein Aktivierungswort, meist „Alexa“. Was danach gesagt wird, geht zur Verarbeitung an Amazon. Eine Verarbeitung nur auf dem Gerät gab es in Deutschland laut Amazon nie. Schaut Euch die Datenschutzeinstellungen der Alexa-App zusammen mit Euren Eltern an, dort geht es auch um den Umgang mit Sprachaufnahmen.
Wichtig ist vor allem, dass Eure Eltern wissen, was das Gerät tut, und damit einverstanden sind. Das gilt für Alexa genauso wie für jede andere Technik in ihrer Wohnung.
Für wen Alexa reicht
Alexa kann eine gute Ergänzung sein, wenn Eure Eltern sie ohnehin täglich nutzen, sich sicher mit Sprachbefehlen fühlen und vor allem eine einfache Möglichkeit suchen, Euch anzurufen. Für den Moment, in dem jemand allein ist und schnell Hilfe braucht, passen Lösungen, die für genau diesen Zweck gebaut sind.
Was Ihr zusätzlich tun könnt
Egal, ob Ihr Alexa nutzt oder nicht: Ein paar einfache Dinge helfen in jedem Fall.
- Ein Telefon in Reichweite. Ein schnurloses Telefon oder Handy, das nachts am Bett liegt und tagsüber dort, wo sich Eure Mutter meist aufhält. Nur damit lässt sich die 112 wählen.
- Kurzwahl einrichten. Eure Nummern als Kurzwahl oder Favoriten speichern, damit ein Anruf mit wenigen Tasten klappt.
- Einen Schlüssel in der Nähe. Bei einer Nachbarin oder einem Nachbarn, die im Fall der Fälle schnell vor der Tür stehen können.
- Absprachen in der Familie. Wer ist tagsüber erreichbar, wer nachts? Wer fährt hin, wenn ein Anruf kommt?
Alternativen
| Merkmal | Alexa | Hausnotruf | Sprachalarm |
|---|---|---|---|
| Auslösung | „Alexa, ruf … an“ | Knopf drücken | dreimal „Hilfe“ |
| Wer wird erreicht | eine Person mit Alexa | Zentrale rund um die Uhr | bis zu 3 Kontakte nacheinander |
| SMS an Angehörige | nein | je nach Anbieter | ja, an alle Kontakte |
| Sprache wird verarbeitet | bei Amazon | – | im Gerät |
| Muss getragen werden | nein | ja | nein |
| Zuschuss Pflegekasse | nein | ja, mit Pflegegrad | nein |
Hausnotruf
Der klassische Weg: ein Knopf am Handgelenk, eine Zentrale rund um die Uhr, mit Pflegegrad ein Zuschuss der Pflegekasse. Was das kostet, steht im Ratgeber Hausnotruf: Kosten und Zuschuss.
Notrufuhr
Eine Uhr oder ein Armband mit Notrufknopf, oft mit Sturzerkennung und GPS. Gut für Eltern, die viel unterwegs sind. Muss getragen und geladen werden.
Sprachalarm
Unser Sprachalarm ist für genau den Moment gebaut, in dem Alexa an ihre Grenzen kommt. Eure Mutter ruft dreimal „Hilfe“, kein Befehl, kein Name. Das Wort wird im Gerät erkannt, nichts wird aufgenommen. Dann ruft Wohnwacht nacheinander bis zu drei Kontakte an, bis einer mit der Taste 1 bestätigt, und schickt allen eine SMS. Auch der Sprachalarm hat Grenzen: Er braucht Strom und WLAN, die Person muss rufen können, und er erkennt keine Stürze. Wohnwacht ist kein Hausnotruf und keine Notrufzentrale. Bei Lebensgefahr: 112.
Mehr dazu auf der Seite zum Sprachalarm ohne Knopf und im ausführlichen Vergleich Smart Speaker und Sprachalarm. Der Sprachalarm kostet 14,99 € im Monat, alle Preise stehen auf der Preisseite. Alexa kann dabei bleiben: Ihr könnt beide Geräte nebeneinander nutzen.