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Was kostet ein Hausnotruf – und was zahlt die Pflegekasse?

5 Min. LesezeitZuletzt geprüft: Wohnwacht-Redaktion

Ein Hausnotruf kostet im Basistarif meist 27 bis 40 € im Monat. Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse seit dem 1. April 2026 bis zu 27 € davon. Hier steht, was dazukommt, wer den Zuschuss bekommt und wie Ihr ihn beantragt.

Die kurze Antwort

Ein Hausnotruf besteht aus einem Basisgerät in der Wohnung und einem Knopf, den man am Handgelenk oder an einer Kette trägt. Wer drückt, wird mit einer Notrufzentrale verbunden, die rund um die Uhr besetzt ist. Der Basistarif kostet laut Verbraucherzentrale meist zwischen 27 und 40 € im Monat. Hat Eure Mutter oder Euer Vater einen Pflegegrad und ist viel allein, übernimmt die Pflegekasse seit dem 1. April 2026 bis zu 27 € im Monat. Ein günstiger Basistarif ist damit oft ganz oder fast ganz bezahlt. Zusatzleistungen zahlt Ihr selbst.

Was ein Hausnotruf kostet

Die Preise setzen sich fast immer aus drei Teilen zusammen. Wer Angebote vergleicht, sollte alle drei nebeneinanderlegen.

Der Basistarif

Darin stecken das Gerät, der Knopf und die Verbindung zur Zentrale. Die Zentrale spricht über das Basisgerät mit Eurer Mutter, fragt nach und verständigt dann Angehörige, einen Nachbarn oder den Rettungsdienst. Die Verbraucherzentrale nennt dafür 27 bis 40 € im Monat. Ein Beispiel: Die Malteser verlangen für ihren Tarif „Grundsicherheit“ 27,00 € im Monat (Stand Juli 2026).

Zusatzleistungen

Viele Anbieter bieten größere Pakete an. Typisch sind die Hinterlegung eines Wohnungsschlüssels und ein eigener Einsatzdienst, der vorbeikommt. Das kann laut Verbraucherzentrale rund 30 bis 50 € oder mehr im Monat zusätzlich kosten. Bei den Maltesern liegen die größeren Pakete bei 60,40 € und 64,90 € im Monat (Stand Juli 2026).

Einmalige Anschlussgebühr

Manche Anbieter berechnen für Lieferung und Einrichtung eine einmalige Gebühr. Laut einer Übersicht von aroundhome liegt sie je nach Anbieter zwischen 0 und etwa 90 € (Stand Februar 2026). Ob die Pflegekasse davon etwas übernimmt, klärt Ihr am besten vorab mit Anbieter und Pflegekasse.

Kosten eines Hausnotrufs und Anteil der Pflegekasse
PostenTypischer BetragPflegekasse zahlt
Basistarifca. 27–40 € im Monatbis zu 27 € im Monat
Zusatzleistungenca. 30–50 € im Monat oder mehrnein
Anschluss0 bis ca. 90 € einmaligbeim Anbieter erfragen

Was die Pflegekasse zahlt

Der Hausnotruf gilt als Pflegehilfsmittel nach § 40 SGB XI. Seit dem 1. April 2026 zahlt die Pflegekasse dafür bis zu 27,00 € im Monat, vorher waren es 25,50 €. Der Zuschuss deckt nur den Basistarif ab, also Gerät, Knopf und Verbindung zur Zentrale. Schlüsseldienst, Einsatzdienst oder mobile Geräte gehören nicht dazu.

Wundert Euch nicht, wenn im Schreiben der Pflegekasse 32,13 € stehen. Das ist derselbe Betrag mit 19 % Mehrwertsteuer. Wer den Zuschuss schon bewilligt hat, muss laut DRK nichts tun: Der höhere Betrag wird automatisch berücksichtigt.

Wer den Zuschuss bekommt

Die Pflegekasse prüft vier Punkte:

  • Pflegegrad: Es muss ein Pflegegrad vorliegen, Pflegegrad 1 reicht.
  • Allein: Die Person ist fast den ganzen Tag allein. Oder sie lebt mit jemandem zusammen, der im Notfall keine Hilfe holen kann.
  • Bedarf: Es muss jederzeit mit einer Situation zu rechnen sein, in der sie Hilfe braucht. Die Pflegekasse kann das durch eine Pflegefachperson oder den Medizinischen Dienst prüfen lassen.
  • Anbieter: Der Hausnotruf-Anbieter muss Vertragspartner der Pflegekasse sein. Fragt das vor dem Vertrag ausdrücklich nach.

Den Antrag stellen: Schritt für Schritt

  1. Pflegegrad klären. Gibt es noch keinen, stellt zuerst den Antrag auf einen Pflegegrad bei der Pflegekasse. Viele Hausnotruf-Anbieter helfen dabei.
  2. Anbieter wählen. Vergleicht zwei oder drei Angebote und fragt, ob der Anbieter Vertragspartner Eurer Pflegekasse ist. Bucht nur, was Ihr wirklich braucht.
  3. Antrag an die Pflegekasse. Er geht auch formlos, oft gibt es ein Formular. Häufig füllt Ihr ihn zusammen mit dem Anbieter aus, nachdem das Gerät angeschlossen ist.
  4. Empfehlung beilegen, wenn möglich. Empfiehlt eine Pflegefachperson den Hausnotruf, geht die Pflegekasse davon aus, dass er nötig ist. Die Empfehlung darf beim Antrag nicht älter als zwei Wochen sein.
  5. Entscheidung abwarten. Die Pflegekasse entscheidet in der Regel innerhalb von drei Wochen, mit Prüfung durch den Medizinischen Dienst innerhalb von fünf Wochen. Schafft sie das nicht, muss sie Euch schriftlich mit Gründen Bescheid geben.
  6. Abrechnung prüfen. Fragt, ob der Anbieter direkt mit der Pflegekasse abrechnet oder ob Ihr in Vorleistung geht. Den Hausnotruf könnt Ihr schon vor der Bewilligung nutzen.

Kein Rechtsrat

Dieser Ratgeber erklärt die Regeln allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Im Zweifel geben Eure Pflegekasse oder ein Pflegestützpunkt verbindlich Auskunft.

Ohne Pflegegrad: Was dann?

Ohne Pflegegrad zahlt Ihr den Hausnotruf selbst, also die vollen 27 bis 40 € im Monat oder mehr. Braucht Eure Mutter im Alltag schon regelmäßig Hilfe, lohnt sich der Antrag auf einen Pflegegrad. Er öffnet nicht nur den Zuschuss für den Hausnotruf, sondern auch andere Leistungen und eine Pflegeberatung.

Steuerlich hilft der Hausnotruf meist nicht weiter. Der Bundesfinanzhof hat 2023 entschieden, dass ein Hausnotruf, der nur mit einer Zentrale verbindet, keine haushaltsnahe Dienstleistung nach § 35a EStG ist (Urteil vom 15.02.2023, VI R 7/21). Fragt im Einzelfall eine Steuerberatung.

Alternativen und Kombinationen

Der Hausnotruf ist eine gute Lösung, wenn der Knopf zuverlässig getragen wird. Er hat Stärken, die andere Angebote nicht haben: eine Zentrale rund um die Uhr, ein Gespräch über das Basisgerät und mit Pflegegrad den Zuschuss. Er hilft aber nur, wenn der Knopf am Körper ist. Wenn er in der Schublade liegt, lohnt ein Blick auf andere Wege. Eine Übersicht findet Ihr in unserem Vergleich der Hausnotruf-Alternativen.

  • Notrufuhr oder Notrufarmband: oft mit Sturzerkennung und GPS, also auch unterwegs nutzbar. Muss getragen und regelmäßig geladen werden.
  • Smart Speaker: kann bestimmte Kontakte per Sprachbefehl anrufen, wählt in Deutschland aber keine 110 oder 112.
  • Sprachalarm: Eure Mutter ruft dreimal „Hilfe“, dann ruft Wohnwacht nacheinander bis zu drei Kontakte an und schickt allen eine SMS. Nichts muss getragen werden. Mehr dazu auf der Seite zum Sprachalarm ohne Knopf.

Zu den Kosten: Der Sprachalarm kostet 14,99 € im Monat, Gerät und Einrichtungshilfe sind inklusive. Einen Zuschuss der Pflegekasse gibt es dafür nicht. Alle Preise stehen auf unserer Preisseite. Wohnwacht ist kein Hausnotruf und keine Notrufzentrale. Bei Lebensgefahr: 112.

Beides lässt sich gut kombinieren: der bezuschusste Hausnotruf für die Zentrale und der Sprachalarm für die Momente, in denen der Knopf gerade nicht am Handgelenk ist, etwa im Bad oder nachts. Wie sich beides unterscheidet, steht im Vergleich Hausnotruf und Sprachalarm.

Worauf Ihr beim Vertrag achtet

  • Was genau ist im Basistarif enthalten, was kostet extra?
  • Gibt es eine Anschlussgebühr, und wer übernimmt sie?
  • Wie lang ist die Laufzeit, wie ist die Kündigungsfrist?
  • Wer wird bei einem Alarm verständigt, und in welcher Reihenfolge?
  • Wo wird ein Schlüssel hinterlegt, und was kostet das?
  • Gibt es einen Probealarm bei der Einrichtung und danach regelmäßig?

Nehmt Euch für diese Fragen eine halbe Stunde, am besten zusammen mit Euren Eltern. Ein Hausnotruf, den sie mit ausgesucht haben, wird eher getragen.

Häufige Fragen

Zahlt die Pflegekasse den Hausnotruf schon ab Pflegegrad 1?

Ja. Der Zuschuss für den Hausnotruf ist ab Pflegegrad 1 möglich, wenn die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind: Die Person ist große Teile des Tages allein oder lebt mit jemandem, der im Notfall keine Hilfe holen kann, und der Anbieter ist Vertragspartner der Pflegekasse.

Wie viel zahlt die Pflegekasse seit April 2026?

Seit dem 1. April 2026 bis zu 27,00 € im Monat, vorher waren es 25,50 €. Der Zuschuss gilt für den Basistarif. Zusatzleistungen wie Schlüsselhinterlegung oder ein Einsatzdienst zahlt Ihr selbst.

Müssen wir den höheren Zuschuss neu beantragen?

Wenn der Zuschuss schon bewilligt ist, in der Regel nicht. Laut DRK wird der höhere Betrag automatisch berücksichtigt, der Vertrag muss nicht geändert werden. Fragt im Zweifel kurz beim Anbieter nach.

Im Bescheid der Pflegekasse stehen 32,13 €. Warum nicht 27 €?

27,00 € ist der Betrag ohne Mehrwertsteuer. Mit 19 % Mehrwertsteuer ergeben sich 32,13 €. Am Zuschuss selbst ändert das nichts.

Können wir den Hausnotruf schon nutzen, bevor die Pflegekasse entschieden hat?

Ja, das ist üblich. Den Antrag stellt Ihr nach dem Anschluss, die Bearbeitung dauert meist einige Wochen. Wird der Zuschuss abgelehnt, zahlt Ihr den Tarif selbst. Klärt das vorher mit dem Anbieter.

Zahlt die Pflegekasse auch etwas für Wohnwacht?

Nein. Wohnwacht ist kein Hausnotruf und kein gelistetes Pflegehilfsmittel, deshalb gibt es keinen Zuschuss. Der Sprachalarm kostet 14,99 € im Monat. Ihr könnt ihn mit einem bezuschussten Hausnotruf kombinieren.

Quellen

(7)

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